Das AG München hat kürzlich ein privat gedrehtes Video als Beweismittel in einem Zivilprozess zugelassen. Vorfall: Ein Radler hatte einen Unfall und beschuldigte den Fahrer eines Cabrios. Dies wollte der Radler mittels eines Videos beweisen. Die Schmerzensgeldklage wurde allerdings abgewiesen.

Im vorlegenden Fall hatte sich der Kläger nach Ansicht des Gerichts selbst belastet (was ja eingentlich nicht Usus ist). Das Video wurde quasi zum Bumerang. Voraussetzung für die Zulassung eines privaten Videos ist allerdings, dass derjenige, der das Video dreht, damit keinen bestimmten Zweck verfolgen darf. Das ist mE interpretierungsbedürftig und wird die Rechtsprechung sicher noch einige Zeit beschäftigen.

Was lehrt uns das? Die Gerichte erkennen zunehmend die Möglichkeiten, die sich ergeben, wenn man digitale Medien als Beweismittel zulässt. Viele Fälle lassen sich damit entscheiden. Nahezu jedes Smartphone ist im Grunde das Beweismittel schlechthin und zwar in nahezu allen Prozessen: Zivilprozess, Strafprozess, Wirtschaftsdelikt, Arbeitsrecht, Verkehrsdelikt, Scheidungsprozess, Steuersachen und viele mehr. Der Anwender sollte sich das stets vor Augen halten und berücksichtigen, dass Computer, Handy und Smartphone nicht nur belastendes Beweismaterial enthalten können, sondern auch entlastendes.

Man kann also dem Richter mitunter auch einmal auf die Sprünge helfen und dafür sorgen, dass Computer, Handy und Smartphone als Beweismittel zugelassen werden und von einem Sachverständigen ausgewertet werden. Es kann sicher auch nicht schaden, den eigenen Anwalt darauf hinzuweisen. Sie wissen ja, an wen Sie sich vertrauensvoll wenden können.

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