Handys und besonders moderne Smartphones können ja bekannlich deutlich mehr als nur Funktionen eines Telefons übernehmen: Fotografieren und Videos drehen z.B. Es ist interessant zu sehen, wie leistungsfähig moderne Smartphones in dieser Hinsicht geworden sind. Das macht diese Geräte natürlich auch für Kriminelle und Spione interessant, z.B. zur Erkundung möglicher Orte krimineller Handlungen oder zur Observierung von Personen. Und dies wiederum rückt diese Funktionen in den Dunstkreis forensischer Ermittlungen, hier der Mobilen IT-Forensik bzw. Digitalen Bildforensik. Die Experts4Handys als Sachverständige und Gutachter sind natürlich auch mit diesen Aufgaben betraut.

Nachfolgend zum Einstieg (das Thema wird uns noch das eine oder andere mal betreffen) einmal ein Foto, das ich mit dem Sony Xperia Z aufgemommen habe:

Marbach am Neckar

Marbach am Neckar – Xperia Z

Es zeigt die Silhouette der Stadt Marbach am Nekar, übrigens die Geburtsstadt Friedrich Schillers. Das Bild wurde in Potoshop CS2 leicht nachbearbeitet, um die Bildqualität zu verbessern. Genau dies werden Kriminelle sicher auch tun. Die Bildqualität auch des Originals ist allerdings schon ausreichend gut. Die Auflösung des Originals liegt bei 72dpi (3920 x 2204), die ISO bei 40 und die Farbtiefe bei 8 bit. Selbstverständlich wurde auch die Geokodierung gespeichert, was aus forensischer Sicht natürlich besonders interessant ist, aber an anderer Stelle noch detaillierter thematisiert wird. Aus bildforensicher Sicht ist zunächst einmal die Bildqualität interessant. Und die ist prima. Die Qualität kommt an eine digitale Spiegelreflexkamera natürlich nicht heran, insbesondere ist ein leichtes Farbrauschen erkennbar, um jedoch einzelne Details herauszuarbeiten, schon hinreichend. Schauen wir uns das doch gleich mal genauer an:

Kirchturm Marbach am Nekar

 

Der Ausschnitt zeigt Details des Glockenturms links auf der Gesamtsicht. Das Bild ist in Photoshop durch extreme Freistellung entstanden, die Qualität ist sicher besser, als der Digitalzoom des Xperia Z. Die Details die herausgearbeit werden können (die Entfernung liegt bei einigen 100 m) sind bestechend, wenn man bedenkt, dass sie mit einem Gerät entstanden sind, das sich leicht in der Hosentasche verstecken lässt). Details des Kirchturms sind klar zu erkennen, selbst der Hahn oben auch der Spitze. Das Bildrauschen ist durch die Freistellung natürlich hoch, die hohe Auflösung der Kamera des Xperia Z erlaubt jedoch einen solch extremen Ausschnitt (es ist immerhin eine 13 MP Kamera) und genau diese Fähigkeit ist hier von Interesse. Nebenbei bemerkt, können auf einem Smartphone erstellte Fotos ja auch ber MMS versendet werden, wiederum für Kriminelle und Spione, damit auch für die Mobile IT-Forensik von großem Interesse. Man sieht, das Thema Mobile Forensik ist auch und gerade im Rahmen der digitalen Bildforensik hochinteressant. Wir werden das Thema künftig noch in verschiedener Hinsicht vertiefen. Z.B. können Smartphones mit entsprechender App zu verschiedendsten Zwecken genutzt werden, die von forensischem Interesse sein können.

Im Zusammenhang mit Fotos und Videos, die mit einem Smartphone erstellt wurden, können u.a. folgende Fragen aufgeworfen und möglicherweise nach eingehender forensischer Analyse auch beantwortet werden:

  • Kann das Foto/Video technisch überhaupt auf dem betreffenden Gerät erzeugt worden sein?
  • Wie sehen die Metadaten aus, welche technische Beschaffenheit weist es auf?
  • Wurde es manipuliert?
  • Wurde es eingespielt?
  • Auf welchem Wege wurde es eingespielt oder weitergegeben (Mail, MMS, Bluetooth, NFC, WWW, WLAN, USB)?
  • Liegt es am vorgesehenden Speichertort?
  • Wo wurde es aufgenommen?
  • War das Foto/Video evtl. gelöscht, kann es wiederhergestellt werden?
  • Können evtl. Personen identifiziert werden?
  • Werden Urheber- bzw. Bildrechte verletzt?
  • uvm.

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